Grundsätze

Innerhalb der ersten sieben Lebensjahre vollzieht das Kind große Entwicklungsschritte.

Für diese Zeit wollen wir dem Kind ein Umfeld geben, in dem es sich nach seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln kann. Diese Selbstgestaltung erringt sich das Kind in erster Linie im freien Spiel.

Wir verstehen es daher als unsere Aufgabe, die entsprechenden „Spielräume“ zur Verfügung zu stellen. Sie finden ihren Ausdruck in Material-, Raum- und Zeitgestaltung. Weitaus mehr Bedeutung kommt jedoch der Beziehungsgestaltung zu. Die Begegnung mit dem Kind, unser Interesse an der Individualität des Kindes, die Kompetenz , die ich dem einzelnen Kind zuspreche, sind entscheidend für das Gelingen dieser ganzheitlich verstandenen Bildungsprozesse, die die Grundlage bilden für das weitere Leben.

Waldorfpädagogik heißt, einem umfassenden Bild vom Menschen verbunden zu sein. Dieses Bild sieht im Zentrum das unverwechselbare und einmalige Ich des Kindes, das sich körperlich und seelisch seinen individuellen Ausdruck verschafft. Das Ich des Kindes ist von Anfang an da, muss also nicht erst durch Erfahrung und Lernen „gebildet“ werden. Kindsein findet demnach auch nicht seine Erfüllung darin, durch gezielte pädagogische Prozesse Anpassung an bestehende Lebensweisen zu finden. Kindsein soll unter Rahmenbedingungen stattfinden, in dem das Kind sich in sein Leben stellen und sein Leben selbst gestalten kann, um damit Erfüllung und Übereinstimmung mit sich selbst zu finden!

„Man muss so erziehen können, dass man für dasjenige, was […] neu in jedem Zeitalter in die Welt hineinkommt, die geistigen und physischen Hindernisse wegräumt und dem Kind eine Umgebung schafft, durch die sein Geist in voller Freiheit in das Leben eintreten kann.“

Rudolf Steiner